Renk, ein deutscher Rüstungskonzern, hat angekündigt, seine erneute Absicht, an der Frankfurter Börse notiert zu werden, mit Investitionen des französisch-deutschen Militärkonsortiums KNDS zu unterstützen. Diese Entscheidung erfolgt nur vier Monate nachdem Renk sein geplantes Börsengang (IPO) im Oktober abrupt abgesagt hat. Triton Partners, Renks Private-Equity-Besitzer, plant, 30% der Unternehmensanteile für den freien Handel anzubieten.

Die Aktien von Renk sind zu 15 € bewertet, was das Unternehmen mit 1,5 Milliarden € bewertet. Der Handel soll bereits am Mittwoch beginnen. KNDS und das in Boston ansässige Wellington Management Company haben zugesagt, Aktien im Wert von 100 Millionen € bzw. 50 Millionen € zu zeichnen, wobei Triton der größte Aktionär bleibt.

Die Wiederbelebung der IPO-Pläne von Renk ist eine positive Entwicklung für die europäischen Märkte, nachdem der Börsengang im Oktober aufgrund der schwachen Marktaussichten abgesagt wurde. Die Verschiebung von Renk fiel mit eskalierenden Spannungen im Nahen Osten zusammen, die durch Ereignisse im Gazastreifen ausgelöst wurden.

Die geopolitische Instabilität hat die Nachfrage nach Rüstungsunternehmen gesteigert, die bisher von Investoren übersehen wurden, bis es zu Konflikten in Europa kam. Renk meldete einen signifikanten Anstieg des Auftragseingangs und des Umsatzes in den ersten neun Monaten des Jahres, getrieben von der Nachfrage in beiden Verteidigungs- und zivilen Sektoren.

Renk, vor 151 Jahren gegründet, wurde 2021 von Triton vollständig übernommen, wobei die Private-Equity-Gruppe die Kontrolle von Volkswagen erwarb. Das Unternehmen, das 3.400 Mitarbeiter beschäftigt, stellt auch Komponenten für Elektromotoren und Windturbinen her. Obwohl das Militärgeschäft den Großteil der Umsätze ausmacht, ist Renk gut positioniert, um von der Umstellung Deutschlands auf erneuerbare Energien zu profitieren.

Die Entscheidung, Renk an die Börse zu bringen, markiert einen bedeutenden Schritt zur Wiedereröffnung des IPO-Marktes in Europa, insbesondere für Private-Equity-Unternehmen, die ihre Investitionen verkaufen und Erträge erzielen möchten. Dieser Schritt entspricht den allgemeinen Markttrends, da auch andere Unternehmen wie EQT in naher Zukunft einen Börsengang erwägen, was auf ein wachsendes Interesse der Anleger an neuen Börsengängen hinweist.

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